X-FAB, May Distribution und PhoQS stärken regionale Optoelektronik Netzwerke

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Die zweitägige Quantum Photonics in Erfurt bot einerseits Fachvorträge zu Quantencomputern, QKD-Infrastrukturen und hochaufgelöster Quantensensorik, andererseits stellte eine Ausstellung mit 18 Ausstellern wie X-FAB, May Distribution und PhoQS aktuelle Technologien vor. Hauptthemen waren die Integration photonischer Quantentechnologien in industrielle Prozesse, die Entwicklung praxisnaher Anwendungen und die Erarbeitung gemeinsamer Standardisierungsmodelle. Intensives Networking, Wissenstransfer und Kooperationsgespräche standen im Zentrum und wurden während der gesamten Veranstaltung intensiv moderiert und zielorientiert begleitet, effizient wirkungsvoll.

Foren widmen sich Computing, Cybersecurity, Defence, Space sowie Messtechnik

Präsentation am Stand von May Distribution (Foto: Karina Hessland-Wissel)

Präsentation am Stand von May Distribution (Foto: Karina Hessland-Wissel)

Bei der Eröffnung der Quantum Photonics in Erfurt betonte Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, die enge Verzahnung von Quantentechnologie und Photonik. Die zweitägige Veranstaltung verband einen Fachkongress mit einer Ausstellung, in der 18 Aussteller ihre aktuellen Lösungen präsentierten. In vier spezialisierten Foren behandelten Fachleute Themen wie photonische Quantenprozessoren, sichere Kommunikation mittels QKD, Verteidigungs- und Raumfahrtanwendungen sowie hochpräzise Messtechnik und ermöglichten intensiven und effizienten Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie.

X-FAB stärkt thüringische Chipentwicklung mit innovativen MEMS-Technologien und Raumfahrtlösungen

Auf der Quantum Photonics in Erfurt präsentierte X-FAB seine spezialisierten Halbleiterprodukte für Automobil-, Luftfahrt- und Raumfahrtmärkte sowie für MEMS-Technologien maßgeschneidert nach Kundenanforderungen. Muralikrishna Sathyamurthy betonte die Stärke Thüringens als optoelektronisches Kompetenzzentrum im Herzen Europas und würdigte die Messe als idealen Treffpunkt für Entwickler. Durch den strukturierten Austausch fördere die Veranstaltung Synergien, beschleunige Innovationsprozesse und unterstütze die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Forschung und Industrie initiiere Projektoutsourcing und fördermaßnahmen bringe Technologieanbieter sowie Investitionspartner.

May Distributions skalierbare Photoniksteuerungen bieten Synchronisation und geringe Latenz

Auf der Messe stellte May Distribution aus Berlin modulare Steuerungseinheiten für Quantensysteme und photonische Anwendungen vor, die speziell auf hohe Anforderungen bei Latenz und Synchronisation ausgelegt sind. Integrierte Kühltechnologien schützen empfindliche Bauteile vor Überhitzung, während normierte Schnittstellen und modulare Baugruppen eine schnelle Anpassung an wechselnde Systemarchitekturen erlauben. Begleitende Engineering-Services und Testtools unterstützen Anwender bei Implementierung, Validierung und Optimierung komplexer Abläufe, erläuterte Dipl.-Ing. Peter Siebertz. Die modulare Konstruktion fördert kosteneffiziente Erweiterungen.

Photonische Quantensimulation, Kommunikation, Metrologie und Computing bei PhoQS vorgestellt

Kick-Off DFG-Projekt 3D-NLM (Foto: Karina Hessland-Wissel)

Kick-Off DFG-Projekt 3D-NLM (Foto: Karina Hessland-Wissel)

Auf der Messe stellte PhoQS diverse photonische Quantensysteme vor, darunter Plattformen für Quantensimulation, sichere Quantenkommunikation, hochpräzise Quantensensorik in der Metrologie sowie prototypische Quantencomputer. Die gezeigten Technologien basieren auf integrierten photonischen Schaltkreisen und optischen Messverfahren. Philip Held betonte, dass der schnelle Fortschritt der photonischen Quantenforschung nur durch enge Kooperation zwischen Wissenschaft, spezialisierten Forschungslabors und industriellen Anwendern möglich ist, um technologische Innovationen rasch in marktfähige Produkte zu überführen und international zu verankern.

Dr. Matthias Pfender erläutert organische Quantenplattformen auf photoaktiven Triplett-Carbenen

Im Forum ‚Quantum in Computing & AI‘ diskutierte Dr. Rene Sondenheimer innovative photonische Architekturen für Quantenprozessoren, wobei er den Fokus auf die Optimierung optischer Pfade legte, um Photonverlusten effizient vorzubeugen und so die Rechenstabilität zu erhöhen. Parallel dazu verdeutlichte Dr. Matthias Pfender von NVision das Potenzial organischer Quantenplattformen, bei denen photoaktive Triplett-Carbene in kristalliner Matrix eingebettet werden. Diese neuartige Qubit-Konfiguration verspricht verbesserte Kohärenz und praktische nahtlose Integration in zukünftige KI-Anwendungen.

Fraunhofer IPMS erforscht moderne kosteneffiziente Photon-IC-Lösungen für praxisnahe Quantenkommunikation

Auf der Konferenz stellten Expertinnen und Experten Fortschritte im Bereich Quantum Key Distribution vor. Dr. Nils gentschen Felde erläuterte MuQuaNet, eine eigens für den Großraum München entwickelte QKD-Testinfrastruktur mit realistischer Netzanbindung. Dr. Natalie Jung von TÜVIT referierte über geplante Testlabore und umfassende Zertifizierungsframeworks für quantensichere Kommunikationssysteme. Dr. Alessandro Zannotti präsentierte die neuesten verschränkten Photonenquellen der Quantum Optics Jena. Parallel dazu erforscht das Fraunhofer IPMS kostengünstige effiziente photonische ICs zur Systemintegration.

Arda Atomics erprobt Quantengyroskope in CubeSats für präzise Lagestabilisierung

Ausstellungsbereich zur Quantum Photonics (Foto: Karina Hessland-Wissel)

Ausstellungsbereich zur Quantum Photonics (Foto: Karina Hessland-Wissel)

Das Forum „Quantum for Defence & Space“ begann mit einem Vortrag von Dr. Matthias Goy vom Fraunhofer IOF über die optische Bodenstation in Jena. Er erläuterte das TransEuroOGS-Konsortium, das die Implementierung europäischer QKD-Satelliten wie Eagle-1 vorbereitet. Daraufhin skizzierte Dr. Seid Koudia (Uni Luxemburg) seine Versuche mit Quantenspeichern im niedrigen Erdorbit, die Langzeitstabilität und Schutzmechanismen prüfen. Abschließend demonstrierte Arda Atomics experimentelle Quantengyroskope in praxisnahen CubeSat-Designs. Präsentation hob Präzision und Skalierbarkeit hervor.

Neue Anlage bearbeitet Großkomponenten für astrophysikalische Spektrometer mit Präzision

Die 3D-NLM-Initiative, unterstützt durch die DFG, konzipiert eine multifunktionale Fertigungsanlage für die Nanostrukturierung und Präzisionsmessung photonischer Komponenten mit bis zu einem Meter Kantenlänge. In Kooperation arbeiten Dr. Uwe Zeitner vom Fraunhofer IOF und Dr. Thomas Kissinger von der TU Ilmenau an der Integration laserbasierter Bearbeitungsmodi und interferometrisch gestützter In-situ-Kalibrierung. Ziel ist eine lückenlose Prozessdokumentation und maximale Oberflächengenauigkeit zur Optimierung astrophysikalischer Spektrometeranwendungen. Automatisierte Positioniersysteme gewährleisten reproduzierbare Ergebnisse unter extrem anspruchsvollen Umweltbedingungen.

Letztes Forum zeigt Fortschritte bei Einzelphotonendetektoren und Verschränkungsbasierten Sensoren

Das abschließende Forum begann mit Prof. Dr. Ronny Stolz, der supraleitende Einzelphotonendetektoren vorstellte, welche quantenmechanische Verschränkung nutzen, um extrem hohe Nachweisraten bei geringer Dunkelzähler-Rate zu realisieren. Anschließend präsentierte Matthias Meyer von Supracon vier Quantenmagnetometer-Designs, inklusive Stickstoff-Fehlstellen-Detektoren für besonders empfindliche Feldmessungen. Den Abschluss bildete Prof. Dr. Jan Meijer von der Universität Leipzig mit diamantbasierten Farbzentrum-Sensoren und der Vorstellung seiner Quantum Technologies GmbH. Die Kombination aus Detektionstechnologien ermöglicht vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Forschung.

Neun Kurzvorträge verwandeln Pausen in spektakuläre Quantenoptik und Sensorik-Demos

In neun kompakten Coffee Pitches vermittelten verschiedene Referenten fundiertes Wissen zu optischen Polarisatoren, präziser Quantenphasensensorik und den Grundlagen des Computing mit gequetschtem Licht. Die kurzen, thematisch fokussierten Berichte richteten sich an Wissenschaftlerinnen, Ingenieure und Entwickler, um aktuelle Forschungsergebnisse praxisnah zu demonstrieren. Durch die Integration der Pitches in die Pausen entstand eine effektive Lernumgebung, die gleichzeitig den informellen Austausch anregte und den Aufbau technischer Kooperationen unterstützte. Sie beschleunigte gemeinsam Innovationsprozesse nachhaltig

Die Konferenz Quantum Photonics 2026 in Erfurt bot Experten aus Forschung, Industrie und Regulierung eine Plattform zum Austausch neuester photonischer Quantentechnologien. Themenschwerpunkte umfassten modulare Hardwarearchitekturen mit standardisierten Schnittstellen, die Entwicklung von Quantenprozessoren und QKD-Systemen sowie Anwendungen der Quantensensorik. Netzwerkveranstaltungen und Coffee Pitches erleichterten direkte Partnerschaften. Regionale Halbleiterhersteller präsentierten optimierte MEMS-Produkte. Zertifizierungsexperten diskutierten Rahmenbedingungen zur beschleunigten Einführung marktreifer photonischer Quantentechnologien. Vorträge, Demonstratoren, Sessions und Praxisstudien illustrierten Implementierungsstrategien, Skalierbarkeit, Kostenoptimierung sowie Qualitätssicherung.

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